Chronologisches Nachschlagewerk des Kaiserlichen Imperiums
Aus Auryen
Compendium annales imperii
Das Jahr 0 dIK
Im Jahre 0 war es, da der König der Piliusten auszog, seinen Stamm zu vergrößern. Starke Krieger zählten zu seinen Mannen, und so war es nicht verwunderlich, das er die anderen Völker die sie umgaben innerhalb kürzester Zeit vereinte. Keine Waffen vermochten ihn aufzuhalten, kein verbissener Kampf. Jeder, der sich ihm widersetzte erlag dem Tod durch eine gar abscheuliche Strafe: Aufgehängt an den Händen wurden sie, verwundet, auf das die Krähen angelockt wurden, um den Rest zu tun.
Doch nicht zu leugnen waren diese glorreichen Siege und so war es nur natürlich und auch gerechtfertigt, das er, der Eroberer den Titel des Kaisers an sich riss, und so ward er fortan Kaiser Crombard I., Herr über ein großes land, das er fortan, seiner Siege willen, das Imperiale Kaiserreich nannte.
Doch gab es noch einen Flecken Land, die Stadt der Huramis, das sich erbittert seinem Einfluss zu erwehren suchte. Der kaiserliche Imperator war erzürnt ob dieses Frevels und schwor, nicht eine Seele am Leben zu lassen, sollte er ihnen habhaft werden. Doch die Mauern der Stadt waren dick und die Kämpfe zogen sich bis nahe dem Winter hin. Crombard I., voller Wut, verlor seine Geduld und befragte die Abgesandten der Götter. Diese rieten ihm, das Heilige Tier der Huramis, den Widder, vor ihren Toren und ihrer aller Augen zu schlachten, da es ein Frevel war, eine Kreatur der Erde den Göttern vor zu ziehen und sie ihr Glück im Kampfe verlieren würden, so er dies täte. Der kaiserliche Imperator, durch diesen Rat ermutigt, folgte ihm sogleich und tat wie ihm geheißen ward. Unter dem Wehgeschrei der Stadtmenschen tötete er einen Widder und schlug ihm den Kopf ab, den er hoch hielt, als Zeichen seines Triumphes.
Und wahrlich, der Kampfesmut seiner Gegner ward dadurch gebrochen und es war ein leichtes, zu siegen. Und wie er es geschworen hatte, erlag jeder Huramis den Tod durch das Schwert, so das sich die Strassen und Gassen rot von Blut färbten.
Der Widder ward seitdem das Wappentier des kaiserlichen Imperiums und Crombard I. ging als „Blutiger Widder“ in die Geschichte ein.
Die Jahre 26-30 dIK
Wahrscheinlich das Überbleibsel eines ziemlich schlechten Barden, der sich als Chronist verdingte.
Regiert, 26 Jahre lang, der Blut’ge Widder, erlag doch seinem letzten Kampf, des Alters. Dahingerafft durch Zeit, nach so viel Schlachten, die geschlagen.
Oh, welch Unglückstag!
Zwei Söhne, zwei Recken, waren, was geblieben, von Ruhm und Ehr’ zurückgelassen, zu herrschen über das Kaiserliche Reich. Cronhard, der ältere der beiden und Tyrhard. Mutig, kühn und tapfer beide waren.
Doch, ihr Götter, nicht einig waren sie und so ein Kampf entfesselt, zweigeteilt das Land, welches ihr Vater einst vereint.
Oh welch Unglückstag!
Jahrelang der Krieg, er tobte, Jahre voller Feindschaft und Verdruss, für beide Seiten, und doch ward keine Einigung in Sicht.
Tyrhard, letztlich, er entsandte, sein Weib gen seinem Bruder hin, doch nicht als Friedensangebot, oh nein! Bewandert sie ward in dunklen Künsten und schön wie ein knisternd Feuer in der Nacht. Cronhard vermochte nicht sie fort zu weisen und erlag so ihrem Zauber.
Nicht lange, und verkündet ward, des Cronhards Tod. Oh, so bald nach seines Vaters letzter reise, ihm folgend in den Saal der Götter.
Oh, welch Unglückstag!
Tyrhard, schließlich, so erzählt sich’s rasch im Reich, ward Kaiser nun, des Imperators Sohn. Und sein Weib, das finstere, ihm folgte auf den Thron. Und niemand niemals je dies Recht es leugnete.
Oh, gepriesen sei des Herrschers Haus!
Die Jahre 38-40 dIK
Unser allseits beliebter Kaiser Melbard starb nach nur 2 Jahren Regierungszeit als bei einem Abendmahl ein Hühnerknochen in seinem Halse steckenblieb. Die Heiler konnten nichts mehr für ihn tun.
Die Jahre 40-42 dIK
Frohlocket ihr Bürger denn wir haben einen neuen Kaiser.
Denn so höret, nach zwei Jahren blutigen Nachfolgekrieges nach dem so plötzlichen Tode unseres Kaisers Melbard, hat sich nun endlich nach viel Blut und Gefahren Kaiser Tylhard I. seinen Platz auf dem Throne erkämpft, gegen den finsteren Ylbard.
Möge unser Kaiser lange und weise regieren.
Das Jahr 57 dIK
Wir schrieben das Jahr 57 als unser über alles geliebter und gefürchteter Herrscher, Tylhard I., seiner schweren Krankheit erlag. Trauer legte sich über das Land und laut waren die Schreie der Auserwählten, die ihn auf Befehl der Herrscherin in sein Grab begleiten sollten.
Hell schien der Kristall auf der Krone der Herrscherin als sie ihren Manne begleitete in die Tiefen der Gruft hinein, die extra für ihn von hunderten von Sklaven in den Berg gegraben worden ward. Ihr schwarzer Mantel wehte im Wind hinter ihrer schlanken königlichen Gestalt, unsere verehrten Prinzen und Prinzessinnen hinter ihr her in die Schwärze des Berges hinein, dem Sarg ihres Gatten und Vaters folgend.
Aber was für ein Unglück, als ein Beben die Erd erschütterte, als die Steine den Berg verschlossen, die Stürzbalken nicht mehr länger das Gewicht der Steine zu halten vermochten und den Gang einstürzen ließen, nun ein Grab nicht nur für unseren verstorbenen Herrscher sondern auch für seine Familie.
Welch Trauerklage erhob sich gen Himmel. Welch Trauer. Und doch auch welch Wunder, ward es doch wie dem Segen der Mondin gleich, als man die staubige Gestalt der kleinsten Prinzessin aus dem Schutte sich befreien sah.
Hoch lebe unsere neue Herrscherin Zarianthe I.
Das Jahr 68 dIK
Frohlocket Bürger des Imperialen Reiches! Denn heute vermählte sich unsere geliebte Kaiserin mit dem Fürsten Moramon, unseren günftigen Kaiser Morbald den I.
Feiert und frohlocket an diesem Tage! Möge der gütige Vater Feuerrad seinen Segen auf dieses Paar senden!
Möge die sanfte Herrin der Nacht das Paar mit Fruchtbarkeit erfüllen auf das auch noch in Zukunft die Linie der Kaiser weiter bestehen bleibt!
Das Jahr 90 dIK
Es ist ein trauriger Anlass für diese meine Zeilen an diesem Tage der Trauer. Am späten Abend nahm die Herrin der Nacht unseren verehrten Kaiser Morbald mit sich in das Totenreich, seine Leiden beendend. Ich werde für ihn und unsere gramgebeugte Kaiserin beten.
Möge seine Seele Frieden finden und der erste Strahl des gütigen Vaters unseren neuen Kaiser Tybard II. Glück und Weisheit bescheren.
Das Jahr 91 dIK
Welch Unglück!
Welch furchtbarer Fluch!
An diesem doch so lang erwarteten Tage der Hochzeit unseres Herrschers Tylbards II. mit der Edlen Cerena durchbrach ein Mann in Lumpen die Menge der Wartenden und Wächter und schleuderte dem Kaiserpaar einen Fluch entgegen!
Nicht lange würde seine Heerschaft andauern und bald würde Verrat und Neid das Heerscherhaus zerstören.
Welch furchtbares Geschehen! Möge der gütige Vater und die Herrin der Nacht diesen furchtbaren Fluch von unserem geliebten Kaiserpaar nehmen.
Das Jahr 95 dIK
Traurige Nachricht erreicht uns aus den äußersten Winkeln unseres Reiches. Unser Kaiser Tylbard II. fiel im Kampfe gegen die Wilden. Tapfer kämpfte er, doch ein Pfeil durchbohrte seine Brust und sein tapferes Herz.
Noch auf dem Schlachtfeld wurde sein jüngerer Bruder Kalbard I. zum Kaiser gekrönt, da es Tylbard nicht vergönnt war Kinder von seiner Frau zum Geschenk zu erhalten.
Möge seinem Bruder mehr Glück bescherrt sein auf das er sicher und gesund zu uns zurück kehrt.
Das Jahr 123 dIK
Furchtbares geschieht in den südlichen Gebieten unseres Reiches! Eine gewaltige Flutwelle vom Meer her brach über mehrere kleine Dörfer an der Küste herein und tötete und zerstörte alles in seinem Weg!
Welch Tat begangen wir das die Mondin uns derart bestraft?!
Das Jahr 124 dIK
Hell schienen die Strahlen unseres gütigen Vaters auf das Haupte unseres neuen Kaisers Ganbard I. als die Kaiserkrone auf sein Haupt gesenkt wurde. Dies muss ein Zeichen sein, das Zeichen das unser neuer Herrscher vom Sonnenbanner selbst gesegnet wurde.
Möge er lange und weiser herrschen als sein Vater Kalbard I.
Das Jahr 137 dIK
Welch furchtbares Schicksal!
Unser gerechter Kaiser Ganbard I., Sohn des Kalbard, wurde von seinem eigenen Sohne erdolc...
*die folgenen Sätze wurden durchgestrichen und durch neue ersetzt, interessanterweise mit einer anderen Handschrift*
...gefunden als er im Sterben lag, nur von seinem geliebten Sohne begleitet als er in den friedlichen Schlaf des Todes hinüberging. Möge Kalbard II. lange Zeit regieren mit dem Segen der Götter.
Jahre ?
*Mehrere Zeiten des Buches wurden an dieser Stelle herausgerissen und mit Tinte oder anderen Flüssigkeiten unkenntlich gemacht. Ein kleiner Zettel liegt bei auf dem steht das versucht wird die vernichteten Seiten zu ersetzen*
Das Jahr 263 dIK
Dank sei unserem neuen Kaiser Zambard.
Dank sei dem Segen des Sonnenbanners und der Herrin der Nacht.
Die Zeit des Blutes und der Schmerzen ist vorbei. Die Kriege um die Herrschaftskrone sind beendet.
Mögen uns die Götter vor weiteren Kriegen bewahren.
Das Jahr 275 dIK
Trauer trägt unsere Stadt an diesem Tage. Unser allseits beliebter Kaiser Zambard erlag am heutigen Tage seiner Krankheit trotz der Versuche der besten Heiler ihn zu retten.
Dies ist ein schwerer Schlag in unsrer Geschichte. Kein anderer wie er hatte sich vorher so um die Künste und die Muse, die Forschung gekümmert, sie gefördert auf das unser Reich für seine wunderschönen Produkte in all der bekannten Welt berühmt sei und nicht nur für die geführten Kriege.
Möge seine Seele Frieden finden und sein Geist in seinen Sohn, unseren neuen Kaiser Armhard I. fahren und ihn leiten, auf dass er in die Fußstapfen seines Vaters trete.
Die Jahre 309-372 dIK
*auf den nächsten Seiten des Buches der imperialen Chronik folgen einige genannte Geburten, Krönungen und Tode verschiedener Kaiser in kurzen und gelangweilt klingenden Sätzen. Öfters ändert sich auch die Handschrift wofür anzunehmen ist das es verschiedene Chronisten gab die ihrer Aufgabe mit wenig Enthusiamus nachgingen*
Das Jahr 426 dIK
Tag 21 des dritten Monats im Jahre 426 dIK
Welch Ehre für mich! Am heutigen Tage wurde ich, Aranimus Herzfeder, ein einfacher Chronist, dazu auserwählt die Flotte zu begleiten die auf die weite Reise geht neue Länder und Inseln für unser wundervolles Reich zu entdecken.
Mögen die Götter unsere Reise schützen.
Tag 12 des fünften Monats im Jahre 426 dIK
Noch kein Land in Sicht. Die Rationen wurden für alle an Bord gekürzt. Bald kann ich keine getrockneten Früchte mehr sehen.
Tag 2 des siebten Monats im Jahre 426 dIK
Der Ausguck hat eine insel am Horizont entdeckt. Hoffentlich war es nicht nur eine Wahnvorstellung hervorgerufen durch die getrockneten Pflaumen. Ich will endlich wieder Land unter meinen Füßen spüren.
Tag 4 des siebten Monats im Jahre 426 dIK
Es ist eine Insel! Heureka! Endlich wieder Land und nicht dieses ewige hin und her schaukeln an Bord des Schiffes. Und welch prächtiges Land. Saftige Wiesen und weite Wälder, schneebedeckte Berggipfel in der Ferne. Der Kaiser wird Stolz auf uns sein!
Ich werde ihm sofort einen Brief senden.
