Das Schloss zu Sturmspitze
Aus Auryen
Der Bau
Für den Bau verantwortlich zeigte sich der jeweilige Ratsherr, der die Regierung der Stadt inne hatte (damals war Auryen noch kein Königreich). Da diese oft wechselten, aufgrund der schwierigen Aufgabe, und stets neue Wünsche und Notwendigkeiten in den Bau einflossen, entstand im Innern des Gebäudes ein regelrechtes Labyrinth aus Gängen und Räumen.
Vor allem in den Stockwerken, die unter der Erde liegen, mag man das sehen. Höflinge stolpern oft über neue Kammern, die bis dahin nicht bekannt gewesen waren, und so verbreitete sich das Gerücht, die Ratsherren hätten geheime Räume anlegen lassen, um ihr Vermögen zu verbergen.
Es ist ein regelrechter Sport unter den Höflingen, das Schloss nach Geheimgängen und -räumen abzusuchen, um sich dieses Goldes zu bemächtigen.
Auch viele Schurken sehen einen Streifzug durch den Palast als Ziel all ihrer Wünsche an, dem sie jedoch kaum nachgehen können, da das Schloss gut bewacht ist, und nur Höflingen und Herren und Damen von Stand Zutritt gewährt wird.
Das Leben im Schloss
Zwar herrscht im Schloss nicht der Pomp und der Prunk wie es am kaiserlichen Hof der Fall ist, das Maß der Verderbtheit allerdings ist recht hoch. Die Höflinge leben in den Tag hinein, sich selbst zur Freude und den Bediensteten dort oftmals zum Leid. Sie arbeiten nicht, sie lernen (meist) nicht und sie tun auch nicht viel sinnvolles. Die Tage sind angefüllt mit Spiel und Tanz. Sehr oft finden Feste statt. Duelle zur Erbauung sind an der Tagesordnung.
Herzog Eskil sieht das alles mit stillem Amüsement und ist meist selbst mit von der Partie, zumindest dann, wenn er nicht gerade damit beschäftigt ist, die junge Königin von all dem Trubel abzuschirmen. Diese ist in diesem Sumpf der Ausschweifung ein klarer Quell, der vertrauensselig und freundlich vor sich hinplätschert. Meist jedoch nur in ihren eigenen Gemächern. Auch verlässt sie sehr selten den Palast, auch wenn sie sich insgeheim wünscht, dass dies anders wäre.
Kurze Chronik
- 535 dIK: Beginn der Bauarbeiten
- 536 dIK: Ein Teil der westlichen Aussenmauer stürzt ein und begräbt viele der arbeiter unter sich. Der Bau stockt.
- 542 dIK: Vorläufiges Ende der Bauarbeiten.
- 542-601 dIK: fortwährende Anbauten und verbesserungen werden durchgeführt.
- 605 dIK: Inbesitzname des Schlosses durch Ruthard, König von Auryen. Seitdem Sitz der Königsfamilie.
