Die Ausbildung des Mönches

Aus Auryen

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Mönche werden in den verschiedenen Tempeln des Reiches ausgebildet.

Inhaltsverzeichnis

Stationen der Ausbildung

Eingekehrter

Da sich das Leben des Mönches radikal von jenem außerhalb des Klosters unterscheidet, obliegt jedem, der mit dem Gedanken spielt, einem Orden beizutreten, eine anfängliche Probezeit, in der er sich zunächst in die klerikalen Gemeinschaft einfindet, das Leben und die Abläufe dort erlernt. Dabei kann er mit den Novizen beten, in der Küche das Essen bereiten, den Worten des Abtes lauschen und überhaupt an jedem Ort des Klosters wirken.
Jene Probezeit ist jedoch zeitlich begrenzt, und dauert maximal ein Jahr an. Danach muss der Eingekehrte entweder das Kloster verlassen, oder das erste Gelübde des Novizen ablegen.

Novize

Der Novize ist der klassische Schüler des Mönches. Über einen Zeitraum von meist 5 Jahren erfährt er den Pfad der Demut und des Dienens. Dieser Weg ist gekennzeichnet von den 5 Gelübden, die es gilt abzulegen und deren Worten auch Taten folgen müssen. Die Gelübde werden zu Beginn jedes Lehrabschnitts von der gesamten Gemeinschaft eines Novizenjahrgangs abgelegt. Nur wer die vorangegangene Aufgabe gemeistert hat, kann den Weg der Demut und des Dienens fortsetzen. Wer versagt, kehrt zum ersten Gelübde, der Buße zurück, oder legt das Gewand des Novizen für immer ab.

Das erste Gelübde des Novizen: Die Buße

Sonnenvater Mondin
Nichts war ich, als Sand,

der in den Händen der Zeit zerrint.
Mein Tun war schändlich,
meine Gedanken sündhaft,
mein Herz nicht rein.
Gütiger Vater, bring mich auf den rechten Weg !
Dir gilt meine Demut.
Dir will ich dienen.

Herrin der Nacht – ich bin es nicht wert !

Herrin der Nacht – ich bin es nicht wert !
Herrin der Nacht – ich bin es nicht wert !
Und doch Gütige Mutter, vergib mir !
Und doch Schattenlicht, leuchte mir den Weg !
Dir gilt meine Demut.
Dir will ich dienen.

Nachdem die Novizen dieses erste Gelübde abgelegt haben, legen sie all ihre weltliche Habe ab und kleiden sich in die graue Kutte der Lernenden. Sie verbringen dann die nächsten Stunden an gleichem Ort im Gebet. Bei den Anhängern des Sonnenvater ist das gemeinhin die Zeit bis zur Mittagsstunde, bei denen der Mondin die Stunden bis Mitternacht.
An die Stunden des Gebets schließt sich für jeden von ihnen eine umfassende Beichte an, die sich üblicherweise ebenfalls über mehrere Stunden zieht. Hat der letzte dieses Prozedere hinter sich gebracht, findet eine religiöse Feier zur Ehre der Gottheit statt, an der möglichst alle Angehörige des Klosters teilnehmen. Diese Feier ist der Beginn einer einmonatigen Fastenzeit, durch die die Novizen Buße für ihre Verfehlungen tun sollen. Im Einzelfall werden zusätzliche Aufgaben gestellt. Das Fasten wird durch Abschottung von der Außenwelt, tägliche rituelle Waschungen und wiederkehrende Gebete begleitet.
Im Anschluss an die Fastenzeit folgt ein Zehntag der Ruhe und Erholung. Langsam werden die Novizen wieder an größere Mahlzeiten gewöhnt und genießen ein wenig mehr Freiraum. Zwar bleibt es bei der Isolation, doch können sie sich in ihrer freien Zeit überall im Kloster bewegen. Das Ende dieser Pause bildet das Fest des zweiten Gelübdes, das regional ganz unterschiedlich gestaltet sein kann. In jedem Fall wird jedoch gut gegessen und getrunken und durch Lobpreisungen Sonnenvater bzw. Mondin für ihre Güte gedankt.


Das zweite Gelübde des Novizen: Das Leid

Sonnenvater Mondin
Nichts war ich, als Sand,

der in den Händen der Zeit zerrint.
Doch weder kannte ich Hunger,
noch ahnte ich echte Kälte
und Schmerzen waren mir fremd.
Gütiger Vater, bring mich auf den rechten Weg !
Dir gilt meine Demut.
Dir will ich dienen.

Herrin der Nacht – ich bin es nicht wert !

Herrin der Nacht – ich bin es nicht wert !
Herrin der Nacht – ich bin es nicht wert !
Und doch Gütige Mutter, lass mich leiden !
Und doch Schattenlicht, leuchte mir den Weg !
Dir gilt meine Demut.
Dir will ich dienen.

Das zweite Gelübde ist für lange Zeit das Letzte, was den Novizen über die Lippen geht, denn an diese Worte schließt sich eine Zeit des Schweigens an. Elf Zehntage lang ist es ihnen verboten mündlich zu kommunizieren, sondern sie müssen sich auf wenige Gesten beschränken. Dazu kommt, dass sie während dieser Monate täglich in äußerster Demut schwerster Arbeit nachgehen müssen. Oft sind es Tätigkeiten, die sonst Tagelöhner verrichten. Natürlich erhalten sie keinerlei Bezahlung, dafür aber ausreichend und nahrhafte Kost.
Die Zeit der Arbeit wird nur durch vier Dinge unterbrochen: Das regelmäßige stille Gebet, den Schlaf, die Mahlzeiten und das Verrichten der Notdurft.
Am 111. Tag endet dieser Teil der Ausbildung mit dem ersten Tag der körperlichen Ruhe. Auf das morgendliche stille Gebet folgen rituelle Waschungen und eine kleine Andacht im Kreis der Novizen. Diese Andacht endet mit einem gemeinsamen Lied. Zumeist ist das ein scheusslicher Katzenjammer, da selbst der geübteste Sänger nach so langer Zeit das Gefühl für seine Stimme kurzzeitig verloren hat. Die Novizen werden aber dazu ermuntert immer lauter und kräftiger zu singen, sodass sich am Ende eine fröhliche, gelöste Stimmung ergibt, in der oft gelacht und die meist als befreiend erlebt wird.
Wieder schließt sich ein Zehntag überwiegend körperlicher Ruhe an, in dem Gebete obligatorisch sind, aber auch zahlreiche Gespräche über die zurückliegende Zeit unter den Novizen und ihren Lehrenden stattfinden. Am Tag der auf diesen Zehntag folgt findet sich die Gruppe der Novizen erneut zu einer Tempelfeier zusammen und geht den nächsten Schritt auf dem Pfad der Demut und des Dienens.


Das dritte Gelübde des Novizen: Das Wort

Sonnenvater Mondin
Nichts war ich, als Sand,

der in den Händen der Zeit zerrint.
Blind setzte ich meine Schritte,
taub war ich trotz der Schreie,
stumm war ich trotz der Fragen.
Gütiger Vater, bring mich auf den rechten Weg !
Dir gilt meine Demut.
Dir will ich dienen.

Herrin der Nacht – ich bin es nicht wert !

Herrin der Nacht – ich bin es nicht wert !
Herrin der Nacht – ich bin es nicht wert !
Und doch Gütige Mutter, lass mich wissen !
Und doch Schattenlicht, leuchte mir den Weg !
Dir gilt meine Demut.
Dir will ich dienen.

Mit dem dritten Gelübde beginnt die Zeit der großen Studien. Zunächst erlernen die Novizen an Hand von einfachen religiösen Texten, meist Gebeten, dass Lesen und Schreiben. Mit der Zeit kommen weitere Disziplinen, wie das Rechnen, die Historie oder die Landeskunde hinzu. Währenddessen übernimmt jeder der Novizen auch kleinere praktische Aufgaben innerhalb des Klosters, die sein Studium aber nicht zu kurz kommen lassen. Gebete und klerikale Feiern bleiben natürlich Bestandteil des täglichen Novizenleben.
Diese Studien dauern 2 1/2 Jahre, sind unterbrochen von zahlreichen schulischen Prüfungen und begleitet vonindividueller Förderung. Es gibt keine Abschlussprüfung nach dieser Zeit, doch es findet eine erste geheime Beurteilung der Novizen durch die Lehrenden statt. Eine Feierstunde zu Ehren der jeweiligen Gottheit beendet die Zeit des Lernens und ein weiteres Gelübde schickt die Novizen weiter auf dem Pfad der Demut und des Dienens.


Das vierte Gelübde des Novizen: Die Tat

Sonnenvater Mondin
Nichts war ich, als Sand,

der in den Händen der Zeit zerrint.
Wütend ertrug ich die Schmerzen.
Ängstlich schwieg ich.
Kindlich lauschte ich deinen Worten.
Gütiger Vater, bring mich auf den rechten Weg !
Dir gilt meine Demut.
Dir will ich dienen.

Herrin der Nacht – ich bin es nicht wert !

Herrin der Nacht – ich bin es nicht wert !
Herrin der Nacht – ich bin es nicht wert !
Und doch Gütige Mutter, lass mich handeln !
Und doch Schattenlicht, leuchte mir den Weg !
Dir gilt meine Demut.
Dir will ich dienen.

Nach der Zeit des Lernens ist es nun an den Novizen, das Leid des Volkes zu lindern. Zu diesem Zweck werden sie allein oder zu zweit Mentoren zugeteilt, an deren Seite sie den Rest ihrer Ausbildung verbringen. Die Wahl dieser Lehrer ist von den Fähigkeiten der Zöglinge abhängig und jeder erhält wohl einen Begleiter, der ihn bestmöglich fördern kann. Die nun folgenden Aufgaben können das Versorgen der Armen ebenso beinhalten, wie das Überbringen von wichtigen Botschaften in abgelegene Region, oder das Anfertigen von Abschriften bedeutender religiöser Schriften.
Über ein Jahr stehen die Novizen an der Seite ihrer Mentoren, ehe die letzte Etappe ihres Weges ansteht. Gemeinsam mit ihren Lehrern bereiten sie sich, zurückgezogen in die Stille des Klosters auf das letzte Gelübde vor, dass die Novizenzeit beenden wird und sie zum vollwertigen Mönch macht.
Erneut wachen die Novizen, wie schon zu Beginn ihrer Lehrzeit für mehrere Stunden in stiller Andacht in einem abgeschiedenen Raum des Klosters. Dann werden sie, bei Dienern des Sonnenvaters zur Mittagszeit, bei Anhängern der Mondin um Mitternacht, in den nächsten Tempel geführt, wo sie gemeinsam ihrer Gottheit die Treue schwören.


Das fünfte Gelübde des Novizen: Die Weihe

Sonnenvater Mondin
Nichts war ich, als Sand,

der in den Händen der Zeit zerrint.
Du lehrtest mich Verzicht.
Du lehrtest mich Gehorsam.
Du lehrtest mich Tugend.
Gütiger Vater, du bist der rechte Weg !
Dir gilt meine Demut.
Dir will ich dienen.
Für immer.

Herrin der Nacht – ich war es nicht wert !

Herrin der Nacht – ich war es nicht wert !
Herrin der Nacht – ich war es nicht wert !
Und doch Gütige Mutter, du zeigtest den Weg !
Und doch Schattenlicht, du nahmst dich meiner an !
Dir gilt meine Demut.
Dir will ich dienen.
Für immer.

Nachdem die Novizen dieses letzte Gelübde abgelegt haben, legen sie die graue Kutte der Lernenden ab und erhalten die Kutte des Mönchs, rot bei den Anhängern des Sonnenvaters, blau bei denen der Mondin.



Bestimmung/Profession nach Abschluss der Novizenzeit


Die verschiedenen Klosterorden

Die Orden des Sonnenbanners

Die Orden der Mondin


Persönliche Werkzeuge