Geschichtshandbuch des Kaiserlichen Bürgers
Aus Auryen
Inhaltsverzeichnis |
Manuscriptum über die bewegende Geschichte unseres Kaiserreiches
Hieronimus Balthasar von und zu Freimfelde,
geschätzer Historiker des Imperalien Hofes unter Ihro Gnaden Kaiser Gothards IV
Anno 573 dIK
Prologus
So glorreich und strahlend unser Imperium ist, so hoch die Künste und stark die Heere, so möchte doch jeder Bürger mit ganzem Herzen dem Reiche dienen und sein Wissen erweitern, um die Geschichte unserer Helden in die Welt hinauszutragen. Wie kam es, dass ein so prächtiges Gefüge erschaffen wurde, ein Kaiserreich, das seinesgleichen sucht? Welche Steine lagen auf dem Weg und wie schafften es unsere geehrten Vorfahren, diesen Widrigkeiten zu trotzen und infamen Einmischungen von aussen zu begegnen? Dies möchte ich hier dem geneigten Leser berichten, auf das er sein Wissen erweitern und dadurch seine Treue zum Imperium erweitern möge. Alle Angaben sind nach bestem Wissen und Gewissen gemacht worden, die Ereignisse wurden von mir persönlich in den vielen Bibliotheken der Klöster, Fürstenhöfe und besonders der sehr reichhaltigen Imperialen Bibliothek zusammengetragen. Die grössten Lücken sind leider in den Zeiten, die vor dem Jahr der Erneuerung (263 dIK, wie jeder treue Bürger weiß), da durch die fürchterlichen Kriege sehr viele der Aufzeichnungen unserer glorreichen Kultur verloren gingen. Jedoch galang es mir, auch diesen dunklen Zeiten noch namhafte Fakten zu entreissen und somit hier zu präsentieren.
1. Ein strahlender Morgen
Wer machte den Anfang dieses Imperiums? Leider ist sein erster Name wohl auf immer in den dunklen Tiefen der Unwissenheit verschwunden, doch sein kaiserlicher Name überdauerte die Zeiten: Crombard I. König eines recht kleinen Stammes war er (in einigen Schriften als Piliusten bezeichnet), doch durch sein taktisches Geschick und dem Kampfesmut und der Kampfkraft seiner Mannen gelang es ihm, in kürzester Zeit weit stärkere Gegner zu besiegen und so die umliegenden Gebiete zu vereinigen. Von ihren Unterdrückern befreit, waren die Menschen schnell bereit, diesem aufstrebenden Königreich beizutreten und alsdann ein rechtschaffendes Leben zu führen.
Doch leider verführte dieser gerechte Aufstieg auch feindliche Schergen, die die Saat des Neides sähten und so zu den Erbfolgekriegen in den Jahren 26 dIK und 40 dIK führten. Doch mit Segen der Mondin und dem Sonnenvater siegte das starke Imperiale Blut und so konnten diese Zwistigkeiten schnell beigelegt werden.
Diesen Gottessegen belegt auch eine Handschrift aus dem Jahre 60 dIK aus der Feste "Adlerhorst" am Rande des Zamkharagebirges, die beschreibt, wie sicher durch einen feindlichen Anschlag die Krypta zur Beerdigung Tylbards I einstürzte und fast die gesamte Kaiserfamilie begrub - doch durch der Götter schützende Hand überlebte die zukünftige Kaiserin Zarianthe I und führte somit das edle Blut weiter.
2. Dunkle Wolken am Mittagshimmel
Die Herrschaft blühte weiter für einige Generationen, doch der Schatten der Zukunft zeigte sich schon. Hier allerdings gehen die Meinungen vieler Historiker auseinander: eine Meinung besagt, dass die liebreizende Kaiserin durch ein fürchterliches Verbrechen geschändet wurde und damit ein Bastard in die Familie kam, doch das Kaiserliche Paar in seiner grenzenlosen Güte diesen wie ihren eigenen Sohn liebte und aufzog - in der Hoffnung, sein dunkles Erbe von ihm abstreifen zu können. Andere sprechen davon, dass der wahre Sohn schändlichst durch einen feigen Dunkelgeborenen, einen Hexer niederster Herkunft, ermordet wurde und dieser durch infernalische Illusionen das Kaiserpaar trog und die Stelle seine Mordopfers einnahm.
Belegt ist jedoch, dass einer der drei Söhne Sambard, Tylbard III und Umbard um das Jahr 145 dIK herum einen Erbschaftsstreit auslöste und somit eine finstere und lange Epoche, die das "Zeitalter des Schmerzen" genannt wird. Geprägt war diese Zeit durch ständige Kriege zwischen den vermeindlichen Thronfolgern und damit auch den beteilgten Fürsten, die ständig die Seiten wechselten und man nie wusste, ob morgen der Nachbar noch Freund oder schon Feind war.
Um das Jahr 195 dIK herum soll es dem selbsternannten Kaiser Hambard, im Volke "der Grausame" genannt, fast gelungen sein, das alte Reich wieder zu vereinigen, jedoch erkannte unser treues Volk seine unrechtmässige Schreckensherrschaft und er fiel durch einen gesegneten Rächer der Ahnen.
Erst im Jahre 263 dIK gelang es dem großen Kaiser Zambard, auch "der Listige", genannt, durch sein beispielloses Verhandlungsgeschick die Fürsten aneinander zu binden und so Frieden zu schaffen. Doch wo Diplomatie allein nicht mehr half, war er auch imstande, seinen Worten mit Taten Nachdruck zu verleihen und endlich dem Reich seinen alten Glanz wiederzugeben.
Zum Zeichen der neuen Zeit des Friedes, der Kunst und Kultur sowie der Forschung, benannte er seine Söhne Armhard und Berhard, damit sie die alten blutigen Fesseln abstreifen mögen. Zwar gab es noch einige Jahre lang ein paar dunkle Flecken, doch diese wurden schnell befriedet und so ward dem Imperium eine nie dagewesene wirtschaftliche und politische Grösse gegeben.
Er führte das "Fest der Erneuerung" ein, auf dass wir uns der Bedrohung von aussen erinnern und die Einigkeit im Innern suchen mögen.
3. Ein strahlender Nachmittag
Diesem weisen Herrscher haben wir es zu verdanken, dass nachfolgende Inforamtionen so lückenlos erhalten geblieben sind und wir so eine wundervolle Übersicht über unser Imperium erhalten. Daher werde ich sofort diese Chronik weiterführen:
[Es folgen endlose und sehr detaillierte Beschreibungen der Kaiserfamilien sowie der wichtigsten Fürstengeschlechter. Jedoch werden auch einige wichtige Ereignisse erwähnt:]
Nachdem im Jahre 399 dIK unser weiser Kaiser Gothart II den Thron bestieg, erklärte er die Zeit der Konzentration nach innen für beendet und läutete die Zeit der Expansion ein. So schickte er viele Schiffe aus, um die Meere um unser Kaiserreich zu erfoschen.
Im Jahre 426 dIK gelang es unserer wagemutigen Seeflotte unter dem Kommando von Mattis dem Verwegenen, ein neues Areal für das Kaiserreich zu entdecken und in Besitz zu nehmen: die Insel Auryen.
Diese ist reich an natürlichen Bodenschätzen und voller guter und alter Wälder, um unseren Schiffsbau zu unterstützen. Daher wurde diese Insel zur Imperialen Kolonie erhoben und sofort die Besiedlung begonnen.
Doch so unbewohnt, wie es auf den ersten Blick erschien, war diese Insel dann doch nicht: im Jahre 432 gab es eine erste Begegnung eines rechtschaffenen Kräuterkundigen mit einem schlanken Wesen mit raubtierhaftem Verhalten. Besonderes Anzeichen sind lange spitze Ohren sowie eine seltsam hohe melodische Sprache. Allerdings scheinen diese Wesen feindlich gesinnt zu sein, dass dies den wehrlosen Manne mit Pfeil und Bogen bedrohte.
Auch im Jahre 437 dIK kam es zu einer seltsamen Begegnung: ein redlicher Grubenarbeiter wurde von einem kleinen Wesen mit kräftiger Statur, wilden langen Haaren und einer Axt grösser als er selbst bedroht, sodass dieser tapfere Mann die Flucht ergreifen musste, um sein Leben fürchtend. Nicht wissend, ob es sich um einen fürchterlichen Dämonen der Tiefe handelt, wurden Truppen ausgesandt, jedoch fand niemand eine Spur von diesem Wesen.
Doch allein diese Nachrichten zogen viele Abenteurer, rechtschaffene Verteidiger des Reiches und auch Gelehrte auf diese Insel, um diese Wesen zu stellen und zu erforschen ...
