Kapitania Dalia - Die windige Braut

Aus Auryen

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[...] "Ist dir aufgefallen, dass unser Kapitän eine Frau ist, Alter?", murmelte das jüngste Crewmitglied leise, als er die Planken schrubbte und der alte Mann nickte nur stumm. Der Junge sah sich kurz prüfend um und murmelte dann leise: "Das kann nicht gut sein. Jeder weiß, dass Frauen an Bord Unglück bringen!".

Mit festen Stiefeltritt ging die Kapitania mit stolz durchgedrücktem Körper an ihm vorbei und packte ihn am Kragen: "Du solltest froh sein eine Kapitania, wie mich zu haben. Du würdest lange Zeit keine Frau mehr sehen, wenn ich dich wegen Meuterei Kielholen lasse, Bürschchen!", ließ sie ihn wieder runter, um in anzublitzen und wieder zu ihrer Kajüte zurück zutreten, wo sie in lautes Gelächter ausbrach, wie der Rest der Crew. [...]

Aussehen

  • Geboren: 587 dIK
  • Haarfarbe: blond
  • Augenfarbe: blau
  • Größe: 180 Fingerbreit

Beschreibung

Kapitania Dalia ist eine stolze, hochgewachsene Frau mit strahlend Azurblauen Augen und strohblondem, langen Haar, was sie meist zu einem oder zwei Zöpfen gebunden unter einem bunten Krempenhut verbirgt. Vier wunderschön verziehrte Silberdegen hängen an der eng anliegenden Kluft, die sie trägt, welche meist in feurigem Rot oder in dunklem Blau gehalten ist. Ihre Mimik und Gestik strahlt Entschlossenheit, Arroganz und Stärke, wie auch Anmutigkeit und Verführung aus, sofern man die zwei drei kleineren Degenschmisse übersehen mag, die ihre sonnengebräunte Haut, wie Trophäen, zieren. Ihre Besatzung, welche sie nur respekt- und vertrauensvoll "Kapitania" nennt, besteht aus jungen Burschen und alten Haudegen der Meere und einige unter ihnen sind im kaiserlichen Imperium noch als Offiziere der kaiserlichen Marine bekannt.

Keines der Crewmitglieder weiß genau, woher Kapitania Dalia stammt. Doch eines ist so sicher, wie das nasse Grab der See: Sie ist eine Ausgestoßene und ihr wurden alle Rechte genommen das Festland des kaiserlichen Imperiums jemals wieder zu betreten. Wie dies geschah? Als Verlobte eines hochrangigen Generals der kaiserlichen Marine war es ihrem Temperament und dem ein oder anderen Schluck Wein zu vergönnen, dass sie ihn auf einem Ball am Hofe so denunzierte und zum Gespött des Hofadels machte, dass man sie verbannte und auf eine der Gefängnisinseln bringen sollte. Als man sie an Bord gebracht und das offene Meer angesteuert hatte verliert sich die Geschichte in den tosenden Wellen des Meeres. Niemand weiß, wie sie es schaffte den wendigen Dreimaster unter ihre Kontrolle zu bringen, ohne auch nur einen einzigen Tropfen Blut vergossen zu haben. Einige sagen, sie sei eine Hexe gewesen und hätte alle verzaubert, andere schreiben es ihren rethorischen Künsten zu und ihren Reizen zu, die sie einsetzte, um jedwederen Mann zu umgarnen. Doch dies interessiert nicht und die, die einst dabei waren und nun unter ihrer Flagge segeln, schweigen aus Respekt und furchtsamen Vertrauen. Seit diesem Tag an macht die Kapitania Jagd auf die kaiserlichen Handelskoggen und Kriegsschiffe und es ist ihrem Geschick und ihrer Erfahrung zu verdanken, dass ihre tollkünen und wahnwitzigen Manöver in aller Munde sind. Jedes der Crewmitglieder musste sich einem speziellen und auf ihn abgestimmten Eignungstest unterziehen und konnte erst bei Bestehen dem Ruf nach Freiheit, Gold und Rache folgen. Vereint unter der rubinroten Flagge mit den zwei gekreuzten Silberdegen und dem schillernd blauen Augenpaar darüber führt Dalia ihre Männer über die Meere, um den Wellen zu trotzen, die kaiserliche Marine zu plündern und neue Legenden zu finden oder sie selbst zu schreiben. Doch eines ist all ihren Zielen gleich: Unsinniges Blutvergießen verabscheut sie bis zum letzten Ende und jeder, der gegen ihre Befehle handelt, wird gnadenlos aufgeknüpft oder geht über die Planke.
Da Kapitania Dalia das Festland der kaiserlichen Reiche nicht betreten darf nutzte sie die Hintertürchen dieses Ediktes, weshalb sie bei Landgang die Inseln des Festlandes ansteuern lässt. Sie tritt niemals allein von Bord, sondern wird immer von vier ihrer besten und treuesten Männer begleitet. Gewandet in den schimmernden Uniformen der kaiserlichen Marine öffnet sie sich so jedes Tor und hat das auftreten eines hochmütigen, jungen Offiziers. Schminke und ein goldblonder, falscher Bart lassen sie eine Rolle spielen, die sie zur Perfektion trieb, da sie kein einziges Wort in den Schenken oder Adelshäusern äußert, was sie verraten könnte. Stattdessen sprechen ihre Begleiter, was sie ihnen zuflüstert, aus, sofern dies überhaupt noch notwendig ist.

An Land spricht man hinter vorgehaltener Hand über die Kapitania und es wird erzählt, dass sie die wahre Legendensucherin ist, nachdem ihre tollküne Art diesen damals jungen Mann mit all seinem Todesmut in die Knie zwang und er sich in sie verliebte. Dies soll sie sich zu Nutze gemacht haben und ihn, samt seiner Crew auf einer verlassenen Insel ausgesetzt haben, um an sein Schiff und seine Schätze zu gelangen. Doch niemand würde dies offen aussprechen, denn die Angst, die Kapitania würde es einst erfahren und in der Nacht erscheinen, um mit ihren Azurblauen Augen die Seele des Unglücksseeligen ins Meer entführen, ist einfach zu groß.

Die Wahre Legende

Warum die Kapitania jedes ihrer Schiffe so benennt ist unklar. Doch eines ist diesen immer gleich: Feuerrote Segel schmücken die meist zweimastigen, leichten Kriegsschiffe. An Bug und Heck sind immer die gleichen Figuren angebracht, welche die Mondin und den Sonnengott darstellen und einerseits mit reichlich Silber, andererseits mit glänzendem Gold verziert wurden. Das Oberdeck, die Reling, wie sogar die Segelmäste, sind mit Zeichnungen und Runenschriften übersäht. Unter den Seefahrern heißt es, dass die Schiffe der Kapitania schwimmende Paläste seien, die vor Reichtum nur so protzen. Dennoch will niemand Bekanntschaft mit der Wendigkeit und Schnelligkeit dieser Schiffe machen, da sie, mit einem erfahrenen Steuermann, selbst kleinste, leichte Handelskoggen mit wenig Wind einholen können und so leichtes Spiel haben.

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