Kapitania Dalia und die zwölf Galeeren des Kaisers

Aus Auryen

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Es ist allgemein bekannt, dass der Seeweg im Imperium zumeist die schnellste Verbindung von einer Küstenstadt zur nächsten ist. Das trifft besonders zu, wenn es gilt, große Warenmengen zu transportieren. Dieses Problem hatte Kaiser Lorthard nachdem er 607 dIK das Küstenvolk besiegt hatte und deren Hauptstadt Königsstein besetzte. Große Schätze fielen in die Hände des Herrschers und diese sollten nach Thelonar gebracht werden. Doch im Norden waren zu jener Zeit die Straßen und Wege schlecht und zumeist unbefestigt, Rebellen der So'ani lauerten noch überall und ein Wagenzug mit Gütern hätte ein enormes Geleit durch Soldaten benötigt.

So schickte der Kaiser seine zwölf Galeeren aus, die seinen neuen Besitz über das Sternentränenmeer in die Hauptstadt bringen sollten. Natürlich wusste der Imperator auch um die Gefahren des Wassers und so eskortierten fünf wendige Kriegsschiffe, besetzt mit den besten Teerjacken der kaiserlichen Flotte, die behäbigen Segler. Die Route der Schiffe unterlag höchster Geheimhaltung und auch der Zeitpunkt ihres Auslaufens war niemandem sonst bekannt, als dem Kaiser und seinen engsten Beratern.

Und doch rief der Mann im Krähennest, kaum hatten die vollbeladenen Galeeren die Stadt Königsstein am Horizont aus den Augen verloren, von Süd-Westen her die gefürchteten blutroten Segel der Kapitania aus und nur wenig später entbrannte eine erbitterte Seeschlacht.

Der genaue Verlauf des Gefechts liegt im Dunkeln. Sicher ist, dass drei der Galeeren und zwei Kriegsschiffe den Hafen von Königsport erreichten. Man munkelt jedoch, dass große Teile ihrer Fracht über Bord gingen, um leichter und somit schneller zu werden, denn anders hätte ihre Flucht wohl auch nicht gelingen können. Desweiteren wird erzählt, dass der Kaiser in blinder Wut zwanzig Besatzungsmitglieder für diesen vermeintlichen Frevel hinrichten ließ.
Als sicher darf auch betrachtet werden, dass die Kapitania einige der restlichen Schiffe in Besitz nehmen konnte, denn zumindest die Nordlicht und die Küstenpracht tauchten später unter ungeklärten Umständen wieder in den Häfen des Imperiums auf.

Wieviel sie insgesamt vom Schatz des Kaisers erbeuten konnte, wird man wohl nie erfahren, doch mit diesem Raubzug begann eine neue Blütezeit des Freibeutertums. Seeräuber wie Rotbart oder auch Sturmfaust eiferten der Herrin des Sternentränenmeers nach und sorgten dafür, dass kaum noch ein Schiff die Bucht von Thelonar durchqueren konnte. Erst 612 dIK gelang es dem Kaiser einen entscheidenen Schlag gegen die Räuber der Meere zu setzen. In der sagenumwobenen Schlacht, die man dieser Tage Rotbarts Ende nennt, zerschlug die kaiserliche Flotte unter größten Opfern die Armada des berüchtigten Piraten und begann Teile des Meeres wieder zurück zu gewinnen.

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