Schlangenhüter
Aus Auryen
Meister Schlangenhüter war der legendäre Schurkenführer Thales.
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Beschreibung
Um Meister Schlangenhüter ranken sich viele Legenden und Sagen. Teile des Schattenvolks, die ihn als ihren Anführer betrachten, neigen dazu, jene Geschichten auszuschmücken und ihn mitunter zu glorifizieren, weswegen nicht mehr viel Wahrheit erhalten blieb. Gesichert jedoch scheint, dass Meister Schlangenhüter vor wohl ungefähr fünfunddreissig Jahren in Thale gemeinsam mit seinen engsten Gefährten auftauchte, wo er nicht lange darauf, vermutlich durch Glück und Durchsetzungsvermögen an den richtigen Stellen, viele der kleinen, dort ansässigen Gruppierungen zu einer großen zusammenschliessen konnte. Da er sich selbst im Hintergrund hielt, förderte er die Legendenbildung um seine Person und bald war sein Name weithin bekannt, zumindest unter jenen, die es mit dem Gesetz nicht allzu genau nahmen. Da die Loyalität und Treue seiner Gefährten anhielt und für jeden sichtbar war, und viele sich ohnehin nach etwas Ordnung im rauen Leben am Rande der Gesellschaft sehnten, konnte es kommen, dass Schlangenhüters Schar weiter wuchs. Sein Kodex, den seine Anhänger hartnäckig weitergaben, trug ein übriges dazu bei, dass Viele sich von ihm mehr erhofften, als lediglich finstere Geschäfte in noch finsteren Gassen. Tatsächlich glaubten manche daran, er würde dereinst die Macht in Thale an sich reissen und selbst dem Kaiser die Stirn bieten. Natürlich war dies Unsinn, denn nichts in Schlangenhüters Verhalten wies darauf hin, dass er nach mehr strebte als dem, was er schon besass. Unsichtbar, ausser für seine kleine treue Gefährtentruppe, organisierte er das Leben in den Gassen der Stadt neu, sicherte das Dasein der am wenigsten Glücklichen und ging im Übrigen seinen eigenen Belangen nach. Dass sein Wort sich auch über die Grenzen der Stadt hinaus verbreitete und bis an die Küste sein Kodex weitergetragen wurde, schien für ihn nicht von Interesse zu sein. So liefen die Dinge über ein Jahrzehnt lang, Menschen strömten nach Thale in der Hoffnung auf Besserung, Ordnung kehrte selbst in die finstersten Winkel der Diebesstadt ein und dennoch schien das Leben dort freier zu sein als anderswo. Natürlich war dem Kaiser dies ein Dorn in Auge, doch es gab keine greifbare Macht, der er hätte entgegentreten können, nichts was er hätte bekämpfen können ausser die Stadt an sich. Seine Sorge löste jedoch die Zeit selbst. Unmut wurde laut und es verbreitete sich, dass Schlangenhüter nur ein Geist wäre, dass seine Gefährten die Stadt in Händen hielten und dass es ihn niemals gegeben hätte. Die Gefährten selbst vermochten nicht, die Gerüchte zu zerschlagen, nein, mussten noch das ihrige hinzufügen: Dass Meister Schlangenhüter verschwunden wäre. Ob es tatsächlich so war, oder ob die Stimmen, die der Missmut geboren hatte, die Wahrheit sprachen, vermag man nicht mehr zu sagen. Fest steht: Die Ordnung brach zusammen. Unruhen breiteten sich aus. Einzelne Gruppierungen begannen gegeneinander zu kämpfen, einzelne Männer und Frauen strebten nach Schlangenhüters Nachfolge. Blutig und rau war jene Zeit, doch die Lage beruhigte sich von selbst nach einigen Jahren des Kampfes. Bis heute gilt Thale jedoch als gefährliches Pflaster, eine Stadt voller Schurken, Diebe und Mörder und kein ehrenwerter Adelsmann oder Bürger würde freiwillig dem Leben dort dem Vorzug geben, ausser seine Neigungen entsprechen dem wilden und unbeständigen Chaos der Gassen.
Die Gefährten Schlangenhüters
Die Gefährten Schlangenhüters waren drei wilde Gestalten, die das Wort und den Willen Schlangenhüters verbreiteten und vorgaben, nach dessen Befehl zu handeln. Über sie selbst und ihr Leben nach dem Verschwinden Schlangenhüters ist nicht viel bekannt, zogen sie sich doch während der Unruhen in weiser Vorraussicht zurück und blieben fortan verschwunden wie der Meister, dem sie gedient hatten.
Bekannt waren sie unter den Namen:
Der Kodex Schlangenhüters
Der Kodex umfasst sechs Regeln, die von den Gefährten Schlangenhüters weitergetragen und verbreitet wurden.
Näheres dazu findet sich hier.
