So'ani
Aus Auryen
Das Klippenvolk ist, neben dem Imperialen Volk, dem Wüstenvolk und den Barbarenvölkern, eines der vier Menschenvölker.
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Allgemeines
Das Volk der So'ani war während der Zeit der Dunkelheit eines der wenigen, das vollkommen von den anderen Völkern getrennt war. Es hauste in Höhlen am Rande des kalten Meeres, an den Weißen Klippen, wie sie noch heute genannt werden.
Auch nachdem die Sonne langsam wieder durch die Wolken brach, blieben sie noch lange dort, anstatt, wie die anderen, weiter ins Landesinnere zu wandern. Viele nannten sie deshalb das Klippenvolk, auch noch als sie begannen Häuser an den Klippen zu bauen.
Es ist ein klein gewachsenes Volk, ihre Statur schlank aber zäh. Die meisten So'ani haben helle Haare und Augen, ob ihres Lebens am Meer, wo Meerwasser und Sonne die Haare Jahrhunderte lang bleichten.
Ihre Stärke liegt weniger in der Muskelkraft, als in ihrer Geschicklichkeit. Die So'ani waren im Grunde ein friedliches Volk, existierten sie doch lange in einfachen Verhältnissen im Einklang mit dem Meer und seinen Bewohnern, wobei jedes der kleinen Dörfer allein von einem Ältesten regiert wurde.
Nur wenige des Volkes der So'ani haben das Massaker der Weißen Klippen, das Kaiser Lorthard I. im Jahre 607 dIK an ihnen verübte, überlebt. Der Kaiser schickte seine Armee in das kleine Land, um es in sein Reich zu integrieren. Kopfgeld wurde auf jeden der So'ani ausgesetzt und die Soldaten waren begierig, sich dieses Gold zu verdienen.
Die wenigen Überlebenden der So'ani sind Heimatlos und wandern durch die Lande, stets darauf bedacht, verborgen zu bleiben. Viele verließen das Reich aus Angst um ihr Leben gänzlich. Einige sollen die Splitterinseln als Unterschlupf gewählt haben. Die Wenigen, die im Imperium verbleiben, setzen ihre ganze Kraft dahin ein, dem Reich des Kaisers so gut sie es vermögen zu schaden. Ihr Hass auf Lorthard I. ist das einzige, was die wenigen Überlebenden noch zusammenhält.
Aussehen
Die So'ani sind zumeist einen halben Kopf kleiner als die Menschen vom imperialen Volk, und ebenso wirkt ihre Statur eher drahtiger, obgleich nicht unbedingt schwächlich. Im Gegenteil ist ihr Körperbau meist sehnig und zäh, hart gesotten durch die Lebzeiten an den weißen Klippen. Ihre Haare sind - sofern sie nicht als Tarnung gefärbt werden - hellblond, teils gar etwas weißlich, über Jahrhunderte am Meer gebleicht. Die Hautfarbe ist auch meist eher hell, und selbst wenn sie lange Zeit unter der Sonne verbringen, nehmen sie bei weitem nicht die Bräune wie imperiale Menschen an. Ebenso haben ihre Augen einen hellen Tonfall, von grau bis azurblau, denen meist etwas stechendes inne wohnt.
Nicht wenige von den den So'ani, die auf dem Festland in den Städten des Imperiums leben, neigen dazu ihr Aussehen, wie zum Beispiel ihre Haarfarbe, zu verändern, um nicht als So'ani erkannt zu werden. So versuchen sie ihr Leben zu schützen und den Kopfgeldern zu entgehen.
Heimat
Das Volk der So'ani stammt aus den nordwestlichen Gebieten des Imperiums, genauer von den weißen Klippen. Als das Imperium im Jahr 607 dIK jedoch in die Heimat der So'ani einfiel und begann das Volk zu jagen, verstreuten sich die So'ani über das ganze Land. Trotz allem neigen die So'ani zum Leben nahe des Wassers, sodass man sie am ehesten in Hafenstädten oder deren Nähe, vielleicht sogar auf See selbst, findet. Einige wenige Überlebenden, die sich bei den Angriffen in den endlosen Höhlenkomplexen der Klippen verstecken konnten, leben noch heute an den weißen Klippen, meist verborgen vor den Augen derer, die ihren Ursprung nicht in jenem Volk haben. Um den Kopfgelder auf dem Festland zu entfliehen und ihr Leben zu schützen, flohen einige der Überlebenden auf die Insel Auryen, da sie dort um einiges ruhiger und frei von den Sorgen des Kopfgeldes leben können.
Glaubt man den Legenden um Lhanna, gelang auch vielen des Klippenvolkes die Flucht auf die Splitterinseln. Dort sollen sie dieser Tage auf einer großen Insel leben, wo das Imperium sie nicht mehr behelligen kann.
Kultur
Die So'ani sind ein recht einfaches Volk, ohne dabei primitiv zu sein. Als Fischer und Bauern haben die meisten ihr Leben genossen, bevor ihnen ihre Heimat genommen wurde. So haben sie gemeinhin ein umfangreiches Wissen über die Pflanzen- und Tierwelt, ebenso wie von der Astronomie, spezifiziert auf die Navigation zur See. Trotz des einfachen Lebens, oder vielleicht gerade deswegen, haben die So'ani ein tieferes Empfinden für Kunst - wobei sie auch Kunst stets für sich selbst definieren. Viel eher als imperiale Menschen sehen sie etwas Besonderes auch in schlichten Dingen, und brauchen keinen Prunk und Protz, um glücklich zu sein. So ist es wahrscheinlicher, dass sich ein So'ani an einem vom Meer weiß gewaschenen Stein, als an einen Erzklumpen Gold erfreut.
Gern frönen die So'ani auch der Musik und der Dichtkunst, und sie mochten zahlreiche Abende und Nächte in den Dorfgemeinschaften verbracht haben, wo sie gemeinsam sangen und feierten, bis ihr Leben durch das Imperium drastisch verändert wurde.
Die So'ani waren und sind für ihre feste Gemeinschaft bekannt. Das rauhe Leben an der Küste ließ die Angehörigen des Klippenvolkes zusammenrücken und sich gegen etwaige Einflüsse von Außen zu schützen. Natürlich gehörten Zwist und Streit zum Alltag der Städte und Dörfer an den Weißen Klippen, doch wurden diese so gut wie nie für Außenstehende sichtbar.
Eine feste Regierung gab es in den einzelnen Ansiedlungen nicht, und wenn es galt die Geschicke des Dorfes zu lenken, so waren es meist die Ältesten, die die Entscheidungen trafen, jedoch nicht ohne zuvor die Meinungen der Dorfbewohner gehört zu haben.
Durch das Massaker im Jahre 607 dIK hat sich diese Zusammengehörigkeit nur noch verstärkt und so besteht nun fast eine verpflichtende Nähe zwischen allen So'ani.
Religion
Die So'ani verehren den Sonnenvater und die Mondin gleichermaßen, und nicht selten auch beide gleichzeitig, da sie das Götterpaar als ganzes, und trotz ihrer Unterschiede nicht getrennt voneinander sehen. Der Sonnenvater lässt die Pflanzen und die Ernte erblühen, während die Mondin die So'ani auf der See schützt und ihnen klare Nächte zum navigieren schenkt. Selten gibt es radikale Vorstellungen, bei denen nur ein Teil des Götterpaares verehrt wurde, und wenn dann treten diese meist erst nach dem Jahr 607 dIK auf. In dem Fall überwiegen wohl die Einzelglauben der Mondin, da diese als Schattenlicht den So'ani die Dunkelheit schenkt, in der sie sich vor den Imperialen verstecken können.
Die So'ani neigen zum Aberglauben, und etliche Geschichten und Sagen führen sie auf das Götterpaar zurück, wodurch diese auch als wahr erachtet werden.
Mentalität
Von je her nahm die Gemeinschaft bei den So'ani einen hohen Stellenwert ein und stand nicht selten vor den persönlichen Interessen eines Einzelnen. Das Wissen und die Geheimnisse des Klippenvolkes wurden sorgsam vor der Außenwelt verborgen und allem Fremden wurde mit entsprechender Distanz begegnet.
Durch den Einfall des Imperiums steigerte sich dieser Zustand ins Extreme. Seit die Gemeinschaft zerschlagen ist, leben die So'ani noch zurückgezogener und distanzierter als je zuvor. Im allgemeinen gelten sie als kühl und unberechenbar und ihr Charakter wird mit dem scharfen Küstenwind verglichen, der ihnen jahrelang um den Kopf pfiff. Sie misstrauen allem Fremden, besonders der Bevölkerung des Imperiums. So stehen sie auch den Va'rian skeptisch gegenüber, was seinen Ursprung wohl im Verhältnis zwischen dem Wüstenvolk und den Imperialisten hat. Einzig dem Barbarenvolk bringen sie eine gewisse Aufgeschlossenheit entgegen, da diese genau wie die So'ani, gewaltsam durch das Imperium unterworfen wurden und zuvor auch eher schlicht und einfach lebten.
Wenn sich zwei So'ani treffen, obgleich sie sich noch nie gesehen haben, kann von einer stillen, fast zwanghaften Verbundenheit gesprochen werden, die sich auf dem Schicksal gründet, das ein jeder von ihnen erlitt.
Wenn die So'ani in ihrer Distanz jedoch glauben, in einem Fremden einen Freund und Kameraden gefunden zu haben, so werden sie diesem stets mit Rat und Tat zur Seite stehen, ohne ihm dabei blind zu folgen.
Die So'ani hassen die Imperiale Regierung, für das, was sie ihnen antat, und stets werden sie versuchen, sie zu schwächen, zu intriegrieren, oder auf andere Art und Weise zu Schaden. Obgleich sie solchen Hass auf diese üben, so sind sie dennoch nicht geblendet von diesem, und können durchaus zwischen einem einfachen Imperialen Menschen, der bei den Geschehnissen außen vor stand, und jenen, die in der Armee oder der Regierung direkt daran mitwirkten, unterscheiden. Dennoch steht das Misstrauen gegenüber dem Imperialen Volk im Vordergrund.
Engine-Unterschiede
- Geschicklichkeit: +1
- Weisheit: -1
