Thale

Aus Auryen

Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Thale
Karte Thale

Thale ist als die größte Diebesstadt des Kaiserlichen Imperiums verschriehen. Sie wird auch die "Speerspitze des Ostens" oder "Ringstadt" genannt und liegt im Herrschaftsgebiet Thalmoors.


Inhaltsverzeichnis

Kurzbeschreibung

  • Synonym: Speerspitze des Ostens
  • Zwielichte Diebesstadt des Kaiserreichs

Allgemeine Beschreibung

Weit im Osten des Imperiums, am nördlichen Rand der Steppe von Umri, dort wo die beiden Arme des Thalion entspringen, liegt Thale, jene Stadt, die vom Götterpaar verlassen scheint.
Einst diente sie dem Kaiser als Bastion gegen mögliche Bedrohungen von jenseits der östlichen Grenzen, beherbergte eine Vielzahl von imperialen Streitern und stand so stets in guter Verbindung zu Thelonar. Heute jedoch, da Anwa'ar keine Bedrohung mehr darstellt, schenkt Thale und seiner unwirtlichen Gegend in der Hauptstadt kaum noch jemand solche Aufmerksamkeit. Im Gegenteil: Manch einer wäre froh, wenn der Ort von den Landkarten verschwinden würde.

So ist das Interesse des Reiches zwar verschwunden, doch das bietet der Ortschaft nicht nur Nachteile. Der Handel blüht ohne kaiserliche Beschränkungen und weder Händler noch Kunde auf dem hiesigen Markt oder in den zahlreichen kleineren und größeren Läden fragen nach der Herkunft von Gold und Ware. So ist es nicht verwunderlich, dass sich allerlei zwielichtiges Gesindel in der Stadt herumtreibt, dass seinen Vorteil aus diesen Verhältnissen zu ziehen sucht.
Doch mag nicht nur dieser Aspekt Jene in die Stadt treiben, die sich vor dem Auge des Gesetzes hüten, nein auch die gewisse Anonymität die Thale mit sich bringt wirkt verstärkend auf diese Tatsache. Von Sumpf umgeben und auf Sumpfgebiet erbaut, wurde Thale auf aufgeschütteten Inseln angelegt, die durch breite Brücken miteinander verbunden sind. Jede dieser Inseln, Ringe genannt, ist umgeben von einer Mauer, die das Leben der Viertel von den anderen abschottet. So mag Thale zwar eine Stadt bilden, doch besteht sie aus einzelnen Einheiten, die sich weitestgehend selbst regeln.
Kennzeichnend für das Leben in Thale sind weiterhin die vielen kleinen Gruppierungen. Schurken, Halunken, Beutelschneider, Schläger und andere zwielichtige Gestalten haben erkannt, dass ein alleiniges Überleben in dem dichten Geflecht der Stadt kaum möglich ist. So mag man an allen möglichen Ecken und Enden Zusammenschlüsse solcher Personen ausmachen können. Fehden und Konflikte bleiben dabei natürlich nicht so aus, und so ist es nicht verwunderlich, dass Thale als gefährliches Pflaster gilt.
Dementsprechend mag es zwar einige Adelsherren in der Stadt geben, doch sind es meist solche, die sich aus dem ein oder anderen Grund vom höheren gesellschaftlichen Leben der Hauptstadt oder anderer Teile des Imperialen Reiches zurückziehen mussten oder wollten und das gefährliche Leben in Thale vorziehen, wo ohnehin eher das Vermögen eines einzelnen mehr Bedeutung hat denn sein Stand. Der Grossteil der Bevölkerung Thales jedoch besteht aus einfachen, armen Menschen und Händlern sowie Hehlern, die aus allen Teilen des Reiches erworbenes Diebesgut zu einem guten Preis verkaufen wollen, was ihnen im auf dem restlichen Festland als Diebesstadt verschrienen Ort am besten gelingen mag.

Herrschaftsstrukturen

Thale liegt, wie gewöhnlich alle Städte des Imperialen Festlandes, fest in Kaiserhand. Zumindest offiziellen Angaben nach. Tatsächlich wird Thale von einem Zusammenschluss von sechs Stadtherren regiert, wobei die hauptsächliche Entscheidungsgewalt beim obersten Stadtherren liegt. Anders als in anderen Orten ist es aber nicht der Stand, der jenen Herren ihren Posten verschaffte, nein, es ist ihr Vermögen. So sind es hauptsächlich reiche Kaufleute oder Männer, die ihr Gold aus finsteren Geschäften erworben hatten, die sich der Aufgabe entgegensehen, Ordnung in die Diebesstadt zu bringen.
Tatsächlich aber taten die Stadtherren in der Vergangenheit nichts dergleichen. Da ihr vorrangigstes Ziel es war, ihr Gold zu schützen und zu mehren, zogen sie es vor, mit den größeren Zusammenschlüssen der Stadt zusammen zu arbeiten und das Leben der Gassen sich selbst zu überlassen, auf dass es sich selbst ordnen mochte.
Zwar gibt es in Thale eine Garde, doch besteht diese hauptsächlich aus Männern, die eher den Namen Söldner verdient hätten und die, anstatt für Recht und Ordnung zu sorgen, sich demjenigen zur Seite stellen, der am Meisten bietet. Da die Stadtherren dies wissen, verzichten sie weitestgehend auf die Unterstützung der Garde und berufen sich nur im Ausnahmefall auf sie.

Derzeitige Stadtherren Thales:

Religion

Thale bekannt sich offiziell zu keiner der beiden Gottheiten. Allerdings ist der Glaube an die Mondin, bedingt durch das oft verborgene Leben in der Stadt, weit verbreitet. Der einzige Tempel der Stadt ist der Mondin geweiht und befindet sich im Marktring.
Zahlreiche Schreine, die sich dem Schattenlicht widmen, mögen in den Gassen der Stadt zu finden sein.

Stadtviertel

  • Marktring

Allerlei Waren finden sich im zentralen Marktring in der Stadt. Erzeugnisse aus der Umgebung, Lebensmittel, aber auch seltene Waren, deren Herkunftsort oft verschwiegen wird, lassen sich hier finden. Buntes Treiben kennzeichnet die Umgebung dieses Viertels. Gaukler, Geschichtenerzähler und Spielmänner lassen sich hier genauso finden, wie fahrende Prediger, die den Lebensstil der Stadt anprangern und ihr Schicksal in einem Flammenmeer sehen. Der einzige Tempel, der der Mondin, steht am Rande des belebten Platzes.


  • Die vier Ringe

Die Vier Ringe sind eigentlich vier einzelne Viertel, die sich jedoch in ihrem Leben, Umgebung und Neigungen so ähnlich sind, dass sie als ein einziges verstanden werden. Die Gassen dort sind finster und eng und das Hauptaugenmerk des gesetzlosen Lebens liegt innerhalb der Mauern dieser Ringe. Die Strassen bilden dort ein so dichtes Geflecht, dass sich ein Ortsunkundiger rasch verirren mag und sehr oft das Licht des Sonnenbanners überhaupt nicht mehr erblickt. Reisenden wird dringend abgeraten, die Ringe zu betreten.


  • Stadtherrenring

Der Stadtherrenring, im östlichen Teil Thales gelegen, ist eines der besseren Viertel der Stadt. Zwar kann auch hier nicht vergessen werden, dass man sich in der verrufensten Stadt des Kaiserreiches befindet, dennoch zeugen die sechs großangelegten Fachwerkhäuser von gewisser Lebensart. Im Halbkreis um einen gepflasterten Platz gelegen, deuten die Fenster auf das Abbild des Großen Brunnens, einer der Sehenswürdigkeiten der Stadt. Die Tore zu jenem Viertel werden von den Bütteln Thales oder oft auch von Gefolgsleuten der Stadtherren bewacht.


  • Hafen

Hochtrabend Hafen genannt, ist jenes Viertel eigentlich nur eine kleine Insel an einem der Ufer des Thalion. Hauptsächlich als Handelshafen dienend, werden hier Waren bis nach Goryen, später dem Lauf des Angarion folgend, verschifft.

Sehenswürdigkeiten

Geschichte

Die Anfänge Thales reichen weit zurück. Als Bastion errichtet, um die feindlichen Völker jenseits der östlichen Grenzen abzuhalten, verkam die Stadt im Laufe der Jahrhunderte nach und nach und verlor ihre militärische Bedeutung nach der Unterwerfung des Wüstenvolkes. Um Thale nicht dem Vergessen anheim fallen zu lassen, beschloss der Kaiser, die restlichen dort stationierten Truppen zu Gefängniswärtern umzuwandeln und ordnete Gefangenentransporte in die Stadt an, die von nun als Kerker des Reiches dienen sollte. Aufstände der Gefangenen innerhalb der Stadtmauern und eine heillos überforderte kleine Minderheit die sich ihnen entgegenstellte, machten den Plan des Kaisers jedoch zunichte und um noch zu retten, was zu retten war, verlieh er Thale das Stadt- und Münzrecht und setzte als Regierung einen Zusammenschluss von Stadtherren ein. Das, und das fortlaufende Heraushalten des Kaiserhauses aus den Belangen Thales, legten den Grundstein für den freiheitlichen Lebensstil der Stadt, der seinen Höhepunkt in der Zeit Schlangenhüters fand. Schlangenhüter war ein legendärer Schurkenführer der Stadt und vermochte es innerhalb kürzester Zeit Ordnung in die bisher chaotischen Gassen zu bringen, ohne wirklich jemals den Status eines Regierenden der Stadt zu erhalten. Nach einigen Jahren verschwand er jedoch und das Chaos, das er bekämpft hatte, brach erneut aus, schlimmer als noch zuvor. Aufstände kennzeichneten die Gassen und die kleinen Gruppierungen die bisher zusammengearbeitet hatten, stellten sich gegeneinander. Erst die Zeit und das Durchgreifen der Stadtherren und ihrer Gefolgsleute brachten der Stadt ihre Ruhe zurück, die nun schon seit einigen Jahrzehnten anhält.

Persönliche Werkzeuge