Zwergenrehabilitation
Aus Auryen
Meine Hand zittert während ich dies aufschreibe, aber ich muss es tun bevor ich selbst an meinem Worte zweifel, bevor ich selbst nicht mehr glaube was mir dort unten geschah.
Noch immer klebt der Steinstaub an meiner zerrissenen Kleidung, kratzt der Staub in meiner Kehle und scheint sich nicht fortspülen zu lassen egal mit wieviel Krügen Wasser die man mir reicht.
Jedoch das ich es überhaupt verspüren darf. Das ich lebe um zu fühlen, das ist ein Wunder an sich für das ich der sanften Mutter Mond danken werde für ewig.
Aber ich schweife ab...es geschah am heutigen Nachmittag das ich mit meinen Kollegen wie immer in die Mine in den Morgenrotgpfeln trat, scherzend und lachend und uns darauf freuend bald in die Tavernen innerhalb Sturmspitzes zurück kehren zu können. Um zu feiern und den freien Tage zu genießen der stets mit dem Feste des Feuers zusammen kam.
Hätten wir doch besser auf das verdächtige Schwanken der Stützbalken geachtet als wir tiefer hinab kletterten. Das laute Krachen des brechenden Holzes klingt mir noch immer in den Ohren nach, ich werde es nie vergessen. Das Schreien meiner Kameraden als in einem ohrenbetäubenden Krachen und Poltern die Decke über uns zusammen brach. Meine eigenen Schreie. Ich rief nach meiner Mutter...
Ich weiß nicht mehr wie lange es alles geschah, wann es aufhörte Steine und Staub um uns zu regnen. Ich weiß nur das ich mit dem Tod rechnete denn wie konnte man solch ein Unglück überleben. Und als es dann endete und wir auf den eingestürzten Gang vor uns sahen, auf das Stöhnen und Schreien der Verletzten horchten, kam der schnelle Tod uns plötzlich gnädig vor.
Denn wer sollte uns hier finden. Noch niemals habe ich gehört das Menschen aus eingestürzten Minen gerettet wurden, das die Retter stets zu spät kamen. Uns stand ein langsamer qualvoller Tod bevor.
Meine Hand zittert immer noch wenn ich daran zurück denke. Ich glaube hätte ich dort unten ein Messer bei mir gehabt ich hätte mir das Leben schnell und schmerzlos genommen.
Wie gut das ich keines hatte. Wie gut das keiner von uns eines hatte. Es muss Vater Sonnenbanner gewesen sein der seine schützende Hand über uns hielt.
Ich glaube ich war der erste der dann das Klopfen und Hämmern vernahm das sich uns näherte. Schreie verließen unsere Kehlen als wir um Hilfe riefen, unsere Fäuste blutig mit denen wir an die Steinwände schlugen um auf uns aufmerksam zu machen.
Und dann waren unsere Retter hindurch, brach eine Wand unter kräftigen Schlägen mit Spitzhacke und Hammer zusammen. Aber es waren keine Menschen wie wir erwartet hatten.
Die Geschichten und Gerüchte kamen mir in den Sinn als ich auf die kleinen gedrungenen Gestalten sah die unseren Blick ernst aus blitzenden Augen aus einem bärtigen Gesicht erwiderten. Es waren die Steindämonen.
Ich glaube jedem von uns verließ dort unten die Hoffnung als es jedem klar wurde. Aber bevor wir irgendetwas tun konnten kamen die kleinen Männer heran und trugen und schoben uns aus der kleinen Höhle in der wir gefangen waren. Und Wasser und Decken wurden uns gereicht.
Und dann das Licht der Sonne auf unserem Gesicht, so warm und strahlend.
Wir waren frei. Wir waren gerettet worden. Von den Steindämonen.
Als ich mich endlich aufgerafft hatte mich zu bedanken sah ich nur noch wie der letzte der Bärtigen, mit einer großen entstellenden Narbe auf einer Gesichthälfte, einen Blick zu uns warf bevor er wieder im Berg verschwand.
Ich muss und werde nun etwas tun. Es kann nicht sein das die kleinen Männer weiterhin für Dämonen gehalten werden. Ich werde es jedem in der Stadt erzählen.
